Wo Wellen flüstern, Möwen schrei’n,
darf tief mein Herz zu Hause sein.
Die Nordsee wild und ewig frei,
umarmt das Land, mal grau, mal neu.
Sie atmet Sturm, sie küsst das Licht,
bleibt sich stets treu, verstellt sich nicht.
Ein Ort, der Weite Sehnsucht webt,
wo Ebbe leise Schiffe hebt.
In Husum, wo mein Leben sprang,
wo einst mein erstes Lachen klang,
liegt Nebel weich auf altem Stein,
doch darf darin auch Wärme sein.
Die "graue Stadt" so sagt man viel,
doch wer sie kennt, spürt still ihr Spiel
aus Poesie und Nordlichtschein,
hier lebt Erinnerung, ganz fein.
Der Wind tanzt durch die Gassen sacht,
und alles wirkt wie heimgebracht.
Dann Friedrichstadt fast wie ein Traum,
mit Giebeln hell und kleinem Raum.
Wo ich einst meine Liebe fand,
begann ein Leben Hand in Hand.
Mit ihr kann ich bis heute lachen
und jeden Tag zum Unsern machen.
Ein Ort, so still und doch so klar,
so fern der Welt und doch ganz nah.
Die Grachten flüstern, träumen sacht,
ihr Wasser singt in stiller Pracht
von Toleranz, von echt und wahr,
von Menschen, offen, warm und klar.
So lieb ich euch mein Meer, mein Ort,
ihr gebt mein Herz und nehmt’s nicht fort.
Und wenn ich geh, bleibt ihr doch hier
in meinem Blick, im Atem mir.

